Tief durchatmen bei ADHS? Wie Atmung das Gehirn beruhigt

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13.05.2026 16:08:49

Atmung ist Leben. Doch nicht jede Atmung wirkt gleichermaßen regulierend auf Körper und Gehirn. Viele Menschen, insbesondere Kinder und Erwachsene mit ADHS, atmen zu flach, zu schnell oder unregelmäßig. Diese Art der Atmung kann das Nervensystem dauerhaft in Alarmbereitschaft versetzen, Stressreaktionen verstärken und Konzentrationsprobleme fördern.

Studien zeigen, dass gezieltes Atemtraining das autonome Nervensystem regulieren und zu mehr innerer Ruhe, Aufmerksamkeit und emotionaler Balance beitragen kann.

Kurzübersicht

  • Ungünstige Atemmuster können Stressreaktionen und innere Unruhe verstärken.
  • Bewusste Atemübungen unterstützen die Regulation des Nervensystems.
  • Koherente Atmung und Bauchatmung fördern Entspannung und Konzentration.
  • Regelmäßiges Atemtraining kann Aufmerksamkeit, Selbstregulation und emotionale Stabilität verbessern.
  • Atemübungen lassen sich leicht in Alltag, Schule und Beruf integrieren.

Inhalt

Atmung, Gehirn und Nervensystem

Unsere Atmung steht in direkter Verbindung zum Gehirn und zum autonomen Nervensystem. Dieses reguliert, ob sich der Körper eher in einem Zustand von Anspannung oder Entspannung befindet.

Der Sympathikus aktiviert Energie und Stressreaktionen, während der Parasympathikus für Regeneration und Ruhe zuständig ist. Schnelle oder flache Atmung kann den Sympathikus verstärkt aktivieren. Der Körper interpretiert dies als Stresssignal.

Tiefe und gleichmäßige Atmung dagegen unterstützt die Aktivierung des Parasympathikus und kann helfen, innere Ruhe und Konzentration zu fördern.

ADHS und die Rolle des autonomen Nervensystems

Menschen mit ADHS zeigen häufig eine erhöhte innere Aktivierung und reagieren empfindlicher auf Reize. Atemübungen können dabei unterstützen, das Nervensystem zu beruhigen und die Selbstregulation zu verbessern.

Bewusstes Atmen wirkt dabei wie ein natürlicher Ausgleichsmechanismus: Herzfrequenz, Muskelspannung und Stressniveau können sinken, während Aufmerksamkeit und emotionale Stabilität zunehmen.

Deshalb werden Atemtechniken zunehmend ergänzend zu anderen therapeutischen und pädagogischen Ansätzen eingesetzt.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Atmung

Aktuelle Forschungen beschäftigen sich intensiv mit dem Zusammenhang zwischen Atmung, Gehirnaktivität und Aufmerksamkeit.

Besonders untersucht wird die sogenannte koherente Atmung. Dabei wird langsam und rhythmisch geatmet, etwa fünf bis sechs Atemzüge pro Minute. Diese Atemweise kann das autonome Nervensystem stabilisieren und die Konzentrationsfähigkeit unterstützen.

Auch tiefe Bauchatmung wird mit einer verbesserten Sauerstoffversorgung und einer beruhigenden Wirkung auf das Nervensystem in Verbindung gebracht.

Atemübungen für Konzentration und Balance

Koherente Atmung

  • Setze oder lege dich bequem hin.
  • Atme ruhig durch die Nase ein und aus.
  • Halte einen gleichmäßigen Rhythmus.
  • Ein- und Ausatmung sollten etwa gleich lang sein.
  • Übe täglich etwa 10 bis 20 Minuten.

Bauchatmung

  • Atme langsam durch die Nase ein.
  • Spüre, wie sich der Bauch hebt.
  • Beim Ausatmen senkt sich der Bauch wieder.
  • Die Schultern bleiben möglichst entspannt.
  • Auch diese Übung kann täglich für einige Minuten durchgeführt werden.

Regelmäßige Atemübungen können helfen, Stress zu reduzieren, die Aufmerksamkeit zu verbessern und mehr innere Stabilität zu entwickeln.

Der praktische Nutzen im Alltag

Ein großer Vorteil von Atemübungen ist ihre einfache Anwendung. Sie benötigen keine besondere Ausrüstung und lassen sich nahezu überall durchführen. Zuhause, in der Schule, im Büro oder unterwegs.

Bereits wenige Minuten bewusster Atmung können helfen, den Fokus zu schärfen und das Nervensystem zu beruhigen.

Vor allem bei Reizüberflutung, innerer Unruhe oder Konzentrationsproblemen kann regelmäßiges Atemtraining eine hilfreiche Unterstützung im Alltag sein.

Fazit

Die Atmung beeinflusst Gehirn, Nervensystem und emotionale Regulation stärker, als vielen bewusst ist. Ungünstige Atemmuster können Stress und Konzentrationsprobleme verstärken, während gezielte Atemübungen Ruhe, Aufmerksamkeit und Selbstregulation fördern können.

Bewusstes Atmen ist damit eine einfache, alltagstaugliche Möglichkeit, mentale Balance und Konzentrationsfähigkeit nachhaltig zu unterstützen.

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