Mehr Lernspaß im Alltag!

08. Jul 2019Thomas Weidauer

Für viele unserer Kinder gleicht die Schule und damit verbundene Aufgaben einem wahren Schreckgespenst. Gesellt sich zu einer Unlust oder gar Angst noch eine (oder mehrere) Lernschwierigkeit(en) hinzu, kann der tägliche Gang in den Klassenraum zu einer Odyssee werden.

Verschiedene Lernstörungen haben wir in früheren Blogbeiträgen schon mehrfach besprochen und dieser Beitrag möchte ergänzend einige Tipps liefern, wie das Lernen einfach wieder mehr Spaß machen kann.

Belohnungssysteme
Erfolge und auch tatkräftige Bemühungen zu belohnen und mit positiven Verstärkern zu belegen, erhöht die Lernmotivation und schafft Anreize für engagiertes Lernen. Die Art und Form des Belohnungssystems bleibt dabei ganz der Fantasie überlassen. Gute Noten und erledigte Hausaufgaben gegen Bildschirmzeit zu tauschen, ist allerdings - wenn auch wirksam - die schlechteste Variante. Im Gegensatz dazu bieten sich Ausflüge (ins Schwimmbad, in den Trampolin-Park, in den Zoo) an, die obendrein noch mit Bewegung und Sinneseindrücken verbunden sind. Oder das Kind kann je nach Note Punkte sammeln, die am Ende eines Schuljahrs gegen die große Reise in einen Vergnügungspark getauscht werden können.

Sinnvolle Zielsetzung
Wer über einen zu breiten Graben springen muss, bekommt nicht nur Angst, sondern läuft auch Gefahr, zu stürzen. Gestalten Sie Lernziele überschaubar und in kleinen Schritten erreichbar für Ihr Kind. Kaum etwas ist demotivierender als ständig an einer zu großen Hürde zu scheitern. Viele Mini-Erfolge sind allemal besser als häufiges Scheitern an einer Aufgaben, die - aus welchen Gründen auch immer - nicht zu bewältigen ist.

Werden Sie zum Sidekick
Was in den ersten Schuljahren für viele Eltern selbstverständlich ist, kommt bei größeren Kindern in der Sekundarstufe häufig zu kurz: Hilfestellung. Bei unseren Grundschülern ist es irgendwie ganz normal, aber auch auf der weiterführenden Schule freut sich Ihr Kind über Hilfsangebote. Dabei sind Sie als Erwachsener oft besser in der Lage, Aufgaben zu strukturieren und, an die Fähigkeiten Ihres Kindes angepasst, in kleinere Schritte einzuteilen. Und es kann richtig Spaß machen, als Erwachsener mal wieder in die Vorbereitung eines Referats abzutauchen. Und keine Angst vor „Bildungslücken“, die bekannten Suchmaschinen helfen Ihnen zur Not auf die Sprünge.

Den Alltag „wissenschaftlich“ gestalten
Seien Sie ein Alltagslehrer für Ihr Kind. So kann es spielerisch Informationen aufnehmen. Schnappen Sie sich beim nächsten Geburtstag einen der Luftballons und reiben Sie ihn an Ihrem oder dem Kopf Ihres Kindes. So können Sie ihm die elektrostatische Aufladung erklären und illustrieren und vielleicht das Interesse an Physik wecken.

Auf den Lerntyp eingehen
Das Lernen und die Merkfähigkeit werden um ein Vielfaches verbessert, wenn man dazu mehr als einen Sinneskanal nutzt. Jeder kennt den Begriff vom fotografischen Gedächtnis. Und auch wenn unsere Sinne immer aktiv sind und zusammenarbeiten, gibt es beim Lernen individuelle Vorlieben. Häufig wird unterschieden zwischen dem visuellen, dem auditiven und dem kinästhetisch-motorischen Lerntyp. Das kann und sollte beim Lernen zuhause Berücksichtigung finden, da solch eine Individualisierung im Klassenraum nicht stattfinden kann.
Für den visuellen Typ, der mit den Augen und über Bilder lernt, sind Schaubilder, Mindmaps und bebilderte Karteikarten eine große Lernhilfe.
Der auditive Typ hingegen spitzt gern die Ohren und empfindet Audio-Dateien, Sprachnotizen und Hörbücher als unglaublich hilfreich.
Der Kinästhetik hingegen be“greift“ die Welt im wahrsten Sinne des Wortes, er lernt durch Fühlen, Bewegung und Gestik. Am besten lernt dieser Typ, wenn er beim Pauken im Zimmer umherlaufen und dabei ein Objekt fassen, drücken, greifen kann.

Back to nature
Die Natur ist nicht nur ein guter Lehrmeister, sondern auch der optimale Sinnesfilter. Während das Leben in unseren Städten und der Alltag mit vielen elektronischen Medien einer ständigen Reizüberflutung gleicht, kann man in der Natur nicht nur die Sinne schärfen, sondern sie auch individuell und gezielt wahrnehmen. Außerdem bietet sich ein Ausflug in den Wald, den Park oder zu einem Bauernhof zum Lernen an. Schließlich gibt es dort jede Menge zu sehen, zu riechen, zu hören, zu erkunden und zu erforschen. Und es sorgt für eine Pause von Büchern, Klassenzimmern und Co.

Denn auch darum geht es beim sinnvollen Lernen: Eine Pause zu machen, den Druck mal rauszunehmen, um mit neuer Tatkraft weitermachen zu können.

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