Das „Functional Disconnection Syndrome“ was…?

14. Feb 2020Thomas Weidauer
Das „Functional Disconnection Syndrome“ was…?


Wenn das Gehirn aus dem Gleichgewicht gerät

In unserer heutigen Zeit sehen wir einen offensichtlich stetigen Anstieg der Anzahl an Kindern, bei denen ADHS, Autismus, Lernstörungen, Tics und andere Verhaltens- und Lernprobleme diagnostiziert werden. Warum ist das so?

Diese Probleme, die je nach Symptom als Verhaltensstörung und/oder Entwicklungsstörung eingestuft werden, weisen zwar unterschiedliche Symptome auf, haben jedoch einen gemeinsamen Nenner: ein Gehirnungleichgewicht.

Rechts-links-rechts
Das Gehirn ist bei der Geburt noch nicht vollständig entwickelt. Der Aufbau des Gehirns erfolgt vom einfachen zum komplexen Bereich und von Seite zu Seite, d. h. von der linken Hemisphäre zur rechten. Doch die beiden Seiten reifen nicht im Gleichtakt, die rechte Seite entwickelt sich in den ersten 3 Jahren im Normalfall stärker. Sie ermöglicht die Interpretation der Welt um das Kind herum und das Laufenlernen. Und die linke Seite zieht im Alter von drei Jahren nach und ermöglicht Detailbetrachtung und das Erforschen. Danach wird die Weiterentwicklung rhythmisch und harmonisch fortgeführt, bis das Kind zu einem jungen Erwachsenen herangereift ist. 


Doch auch wenn beide Gehirnhälften mit unterschiedlichen Aufgaben betraut sind, muss das Gehirn als eine Einheit arbeiten. Wenn jetzt aber eine Gehirnhälfte zu langsam oder zu schwach ist, übernimmt die stärkere, schnelle Seite das Ruder und das Gehirn ist aus dem Gleichgewicht. Liegt ein solches Ungleichgewicht vor, sind die beiden Hemisphären (Gehirnhälften) nicht synchronisiert, können keine Informationen teilen und integrieren, so dass das Gehirn nicht als Einheit funktionieren kann. Oftmals führt das also dazu, dass das Kind in einigen Bereichen sehr gut ist und in anderen stark unterentwickelt.

Beispiele für eine Hemisphärenschwäche:


Rechtshirnschwäche

- Ungeschickt/schwerfällig
- Hyperaktiv/unruhig
- Schlechte Sprachfähigkeiten
- Impulsiv/zu wenig Fokus
- Fehlende, emotionale Kontrolle
- Schlechtes Leseverständnis
- Obsessiv/monotone Verhaltensweisen
- Unreifes Sozialverhalten
- Allergien/Autoimmunität
- Fehlendes Interesse an Sport
- Sieht den Gesamtzusammenhang nicht
- Schlechter Augenkontakt
- Übergriffig

Linkshirnschwäche
- Schlecht in Mathematik, Sprache und Rechtschreibung
- Leseschwäche Feinmotorik-Probleme
- Schlechte Buchstabenerkennung
- Auditive Verarbeitungsstörung
- Schlechte Immunabwehr
- Schlechtes Detailgedächtnis
- Übersieht kleine Details
- Schlechtes Selbstwertgefühl
- Schwer zu motivieren
- Arbeitsvermeidung

Die gute Nachricht ist: Wird die Balance im Gehirn verbessert bzw. wieder hergestellt, können sowohl physiologische als auch psychologische Symptome messbar abnehmen oder sogar verschwinden.
Denn basierend auf neuesten Erkenntnissen in der Hirnforschung können verschobene Entwicklungszustände wieder ausgeglichen werden. Mit Hilfe einer präzise ausgewählten Kombination aus Koordinationsaufgaben, Stabilisierungstraining und Sinnesübungen, die jeweils die schwächere Hirnhemisphäre besonders stimulieren, kann die Balance im Gehirn verbessert und bestehende Symptome gelindert werden.

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