Veränderung durch Atmung

15. Jul 2020Thomas Weidauer
Veränderung durch Atmung


Nur selten „verschwenden“ wir in unserem Alltag einen Gedanken an unsere Atmung. Schließlich klappt das von ganz allein. Wir müssen uns nicht darauf konzentrieren, wir müssen keine Strategie, keine Planung aufrufen, unser Atem fließt als Teil unseres inneren Autopiloten. 

Nur fließt er wirklich oder hält er uns gerade so am Leben, ohne sich jemals über zu wenig Aufmerksamkeit und Zuwendung zu beklagen? Allein durch die richtige Anwendung unseres Atems können wir die Biologie unseres Körpers verändern, und damit nicht nur einige physiologische Vorgänge wie unseren Blutdruck und zahlreiche Stressreaktionen, sondern auch unser Emotionen, unsere Gefühle, unsere Gedanken.

Kindern schon früh kleine Hilfen und Werkzeuge mit an die Hand zu geben, um Stress zu lindern, Gefühle wahrzunehmen und Emotionen zu bändigen, kann so einfach sein wie einige spielerische Atemtechniken in den Alltag zu integrieren. Dazu wollen wir Ihnen einige Tipps geben.

Tipps für Atmen mit Kindern

Drei einfache Grundtechniken, um dem Kind zu helfen, Wut, Frustration und Angst zu bändigen und ruhiger zu werden. Lassen Sie Ihr Kind dafür aufrecht und mit geradem Rücken sitzen oder auf dem Boden liegen. Los geht´s:

Boxatmung:

  • Atme ein und zähle dabei bis vier.
  • Halte die Luft an und zähle wieder bis vier.
  • Atme aus und zähle dabei bis vier.
  • Halte die Luft wieder an und zähle bis vier.
  • Wiederhole dies so für 10 Minuten.

Ballons aufblasen (auf dem Rücken liegend)

  • Lege die Hände locker neben deinen Körper, der ganz entspannt ist.
  • Atme ganz tief durch die Nase ein, sammle so viel Luft wie möglich ein.
  • Stelle dir nun einen Ballon vor und atme kraftvoll durch den Mund aus, um diesen Ballon zu füllen.
  • Stelle dir vor, wie groß der Ballon wird und welche Farbe er hat.
  • Du kannst diese Übung fünfmal hintereinander durchführen.

Zählen und verdoppeln:

  • Atme durch die Nase ein und zähle dabei ganz langsam (z.B. bis drei). Verdopple diese Zahl.
  • Atme durch die Nase aus, während du jetzt doppelt so lange zählst wie bei der Einatmung (z.B. bis sechs).
  • Wiederhole dies so für 10 Minuten.

Vorbildfunktion

Da Kinder Routine lieben, ist es hilfreich, etwas Struktur in das Atmen einzubringen. So können Sie z.B. jeden Tag eine feste Zeit und einen bestimmten Ort für das Atmen festlegen. Sie sollten diese Übung mit Ihrem Kind spielerisch gestalten, d.h. Ihr Kind darf die Übungen mitgestalten, die Technik auswählen oder z.B. seinen Kuschelfreund aus Stoff einladen, mitzumachen. Seien Sie nicht nur ein guter Lehrer und Zuhörer, sondern seien Sie auch ein tolles Vorbild, indem Sie die Atemübungen mitmachen.
Und ganz wichtig ist, nehmen Sie sich wirklich diese Zeit für Ihr Kind und seine Situation. Bitten Sie es, seine Gefühle vor und nach dem Atmen zu bewerten (nutzen Sie ruhig eine Skala von 1-10). Das bedeutet auch, Ihrem Kind Fragen zu seinem Tag, seinen Befindlichkeiten und anderen Themen, die es bewegt, zu stellen. Das wird helfen, Gefühle besser wahrzunehmen und zu verstehen, sich angenommen zu fühlen, seine Kommunikation zu verbessern und Quality Time mit Ihnen zu schätzen.

Mit etwas Struktur und einige Tipps ist es alsomgar nicht so schwierig, Ihr Kind zum Atemtraining zu motivieren. Wie bei jeder Trainingsform braucht es etwas Übung, um die Technik zu beherrschen und Ergebnisse zu erzielen, aber das Atmen ist kostenfrei, jederzeit anwendbar und braucht nur einige Minuten.

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