Eine wissenschaftliche Untersuchung zeigt eindrucksvoll, wie gezieltes Gehirntraining die kognitive Entwicklung von Kindern und Jugendlichen mit ADHS, Lernstörungen oder Entwicklungsverzögerungen fördern kann. Durch ein strukturiertes sensomotorisches Trainingsprogramm wurden messbare Verbesserungen in Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Planung und Exekutivfunktionen festgestellt. Unabhängig von Alter oder Geschlecht.
Kinder und Jugendliche mit ADHS, Lernstörungen oder anderen Entwicklungsproblemen zeigen häufig Defizite in Bereichen wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis, motorischer Koordination und emotionaler Regulation.
Wissenschaftler vermuten, dass diese Schwierigkeiten auf eine unausgeglichene Kommunikation zwischen den Gehirnhälften zurückzuführen sind – ein sogenanntes Hemisphärenungleichgewicht.
Ziel der Studie von Jackson und Wild (2021) war es zu überprüfen, ob ein integratives sensomotorisches Hemisphärenprogramm die kognitive Leistungsfähigkeit verbessern kann, indem es die neuronale Kommunikation und Balance zwischen rechter und linker Gehirnhälfte stärkt.
An der Studie nahmen 478 Kinder und Jugendliche im Alter von 4 bis 18 Jahren teil. Alle litten unter unterschiedlichen kognitiven oder Aufmerksamkeitsstörungen.
Das Programm erstreckte sich über drei Monate mit drei einstündigen Trainingseinheiten pro Woche.
Das Training umfasste gezielte Übungen aus den Bereichen:
Diese Übungen zielten darauf ab, die Hemisphärenintegration zu fördern, also die Kommunikation zwischen beiden Gehirnhälften zu synchronisieren. Das gilt als wichtige Grundlage für Lernfähigkeit und Konzentration.
Zur Messung der Fortschritte wurde die wissenschaftlich validierte Plattform Cambridge Brain Sciences (CBS) eingesetzt.
Die Teilnehmer absolvierten verschiedene Aufgaben zur Überprüfung zentraler kognitiver Fähigkeiten, darunter:
Eine Kontrollgruppe mit ähnlichen Merkmalen nahm ebenfalls am Programm teil, jedoch nur über einen Zeitraum von durchschnittlich 27 Tagen. Dadurch konnte der Einfluss der Trainingsdauer verglichen werden.
Die Ergebnisse waren deutlich: Kinder und Jugendliche, die das dreimonatige Programm vollständig absolvierten, zeigten signifikante Verbesserungen in allen getesteten kognitiven Bereichen, unabhängig von Alter oder Geschlecht.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sensomotorisches Training über neuronale Plastizität wirkt. Bewegung, sensorische Reize und gezielte Aufgaben regen das Gehirn an, neue Verbindungen zu schaffen und bestehende zu stärken. Ein Prinzip, das insbesondere für Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und ADHS von großer Bedeutung ist.
Das Training fördert nicht nur kognitive Leistungen, sondern auch emotionale Selbstregulation, Aufmerksamkeitskontrolle und Lernmotivation, genau jene Bereiche, die bei Kindern mit ADHS häufig beeinträchtigt sind.
Durch die Kombination aus sensorischer Stimulation, Bewegung und gezieltem Gehirntraining gelingt es, die neuronale Balance zu verbessern und die Basisfunktionen für Lernen, Verhalten und Konzentration nachhaltig zu stärken.
Die Studie liefert damit einen weiteren wissenschaftlichen Hinweis auf den positiven Einfluss multimodaler Hemisphärenprogramme auf die kindliche Gehirnentwicklung und Lernförderung.
Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich: Gezieltes sensomotorisches Training ist ein wirksamer Weg, um kognitive Defizite bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS, Lern- und Entwicklungsstörungen zu verringern.
Durch Bewegung, sensorische Integration und neuronale Synchronisation wird die Hemisphärenbalance gefördert. Dadurch verbessern sich Konzentration, Gedächtnis, Planungsfähigkeit und emotionale Regulation.
Die Forschung bestätigt damit, dass Programme wie Brain Balance einen wertvollen Beitrag zur modernen Lernförderung leisten können, indem sie das Gehirn gezielt dazu anregen, besser zu funktionieren, sich stärker zu vernetzen und weiterzuentwickeln.
Quelle: Jackson, R. & Wild, A. (2021). Effects of a Hemispheric-Based Training Program on Cognitive Performance in Children and Adolescents with Developmental and Attention Disorders. Journal of Advances in Medicine and Medical Research, 33(6), 27–41.