Als wäre die Diagnose ADHS oder ADS nicht schon herausfordernd genug, treten häufig weitere Begleiterkrankungen auf, sogenannte Komorbiditäten.
Diese zusätzlichen Symptome können den Alltag nicht nur tagsüber erschweren, sondern sich auch nachts bemerkbar machen, zum Beispiel in Form von Schlafstörungen.
Genau hier beginnt häufig ein Teufelskreis:
Schlafmangel verstärkt die ADHS-Symptomatik, während die innere Unruhe und Überaktivität den Schlaf zusätzlich beeinträchtigen.
ADHS ist selten eine isolierte Erscheinung.
Neben den typischen Hauptsymptomen wie Aufmerksamkeitsdefizit, Impulsivität und Hyperaktivität treten häufig weitere Belastungen auf.
Dazu gehören unter anderem:
Diese sogenannten Komorbiditäten entstehen nicht zufällig.
Neurowissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass sich die Grunderkrankung und ihre Begleiterscheinungen gegenseitig verstärken können.
Das zeigt, wie komplex das neuronale Gleichgewicht im Gehirn tatsächlich ist.
Schlafstörungen gehören zu den am wenigsten beachteten, aber häufigsten Begleitsymptomen von ADHS.
Viele Kinder – und auch Erwachsene – mit ADHS haben Schwierigkeiten:
Die Ursachen liegen häufig in einer Überaktivierung des Nervensystems und einer gestörten Hemisphärenintegration.
Das Gehirn bleibt gewissermaßen „im Aktivmodus“, weil neuronale Netzwerke nicht ausreichend herunterregulieren.
Dadurch entsteht ein belastender Kreislauf:
Zu wenig Schlaf verschlechtert Aufmerksamkeit, Reizfilterung und emotionale Stabilität, was tagsüber wiederum zu Überforderung, Gereiztheit und Konzentrationsproblemen führt.
Eine Studie der Universität Tübingen (Grünwald & Schlarb, 2017) untersuchte 72 Kinder mit ADHS.
Die Ergebnisse zeigten, dass diese Kinder deutlich häufiger unter Schlaflosigkeit und Albträumen litten als gleichaltrige Kinder ohne ADHS.
Die Forschenden kamen zu dem Schluss, dass gezielte Maßnahmen zur Schlafhygiene ein wichtiger Bestandteil der Unterstützung sein sollten, um Wohlbefinden und Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
Diese einfachen Maßnahmen verbessern nicht nur die Schlafqualität, sondern unterstützen auch die Regeneration des Gehirns und die kognitive Leistungsfähigkeit.
Guter Schlaf ist kein Luxus, sondern eine wichtige Grundlage für Lernfähigkeit, Konzentration und emotionale Stabilität, besonders bei ADHS.
Ein gezieltes Zusammenspiel aus Schlafhygiene, Bewegung, Gehirntraining und Hemisphärenintegration kann helfen, die nächtliche Ruhe zu fördern und tagsüber die Leistungsfähigkeit zu verbessern.
Denn nur ein ausgeruhtes und ausgeglichen arbeitendes Gehirn kann Reize besser verarbeiten, Emotionen regulieren und nachhaltiges Lernen ermöglichen.